Ein ganz normaler Tag
Ein ganz normaler Tag "Gemeinsam rollt's"
217 Schülerinnen und Schüler in den neun Klassen der Friedrich-Fröbel-Schule kennen sich in einem Punkt schon gut aus: Kinder mit Behinderungen werden in sechs der neun Klassen mit den anderen Kindern zusammen unterrichtet. Weil die Kinder von Anfang an Kontakt mit behinderten Kindern haben, wird dieses Zusammenleben und Zusammenlernen im Schulalltag zur Selbstverständlichkeit. Kein Wunder, dass die über 200 Kinder beim „ganz normalen Tag“ der Elisabeth & Bernhard Weik-Stiftung mit großer Freude das „Lied vom Anderssein“ sangen.

Schulleiter Norbert Wellmann dankte den vielen Eltern, den Kolleginnen und dem cSc-Team, die Stunden über Stunden zusammen gesessen hatten, damit der Tag reibungslos abläuft.
Dann bildeten die Schüler eine Menschenkette auf dem Schulhof, eine Probe für die cSc-Menschenkette am 05. September rund um den Freizeitpark, bei der möglichst 2.500 Personen den Sportlerinnen und Sportlern ihre „ihre Verbundenheit und Wertschätzung zeigen sollen“.

Die Blinden Manfred Glasmacher und Susi Winther hatten am laufenden Band zu tun, um den Kindern die Hilfsmittel für Blinde und die Blindenschrift zu erklären.
Mit Christian Döll, Herbert Jakubiak, Horst Seidenstecker und Karl Markofsky waren gleich vier Piloten mit Tandems unterwegs, um die Kinder mit Augenklappe die ca. 600 m lange Strecke zu fahren. Annalena (10): „Man hat nichts gesehen, es hat sich lustig angefühlt.“ Laura und Isabella meinten: „Am Anfang habe ich ein bisschen Angst gehabt, aber dann war es schön.“
Bei der Blindenschrift fand ich erstaunlich, wie die blinde Frau so schnell lesen konnte – mit den Punkten. (Jordan, Kl.2a)
Engagiert waren die Kinder auch an den vielen anderen Stationen, um selbst zu erleben, wie es sein könnte, mit einem Handicap zu leben: gehbehindert, blind, hörbehindert, als Rollstuhlfahrer oder am Arm verletzt.
Kinder der Klasse 3a schildern ihre Eindrücke:
Am 6. Juli hatten wir die der Schule einen Projekttag: "Ein ganz normaler Tag". Wir konnten
an diesem Tag erarbeiten, wie sich behinderte Menschen fühlen. Es gab viele Stationen, an denen man immer etwas Neues gemacht hat. Es gab die Stationen "Sehbehinderte, Vertrauen, Rollstuhl, Tandem, Blindenstock, Gehhilfen, Übergewichtig, Gehörlose und Blindenübungen".
Sehbhinderte: Wir haben Brillen angezogen, die mit Folie beklebt waren. Es gab Brillen, die ganz verklebt waren, bei denen man nur durch ein kleines Loch sehen konnte. Hier konnte man lernen, wie sich Sehbehinderte fühlen beim Lesen, Malen, Schreiben.
Vertrauen: Zwei Kinder sollten sich zusammen finden. Ein Kind hat die Augen verbunden und das andere Kind hat seinen Partner durch einen kleinen Parcour geführt. Der Parcour bestand aus einer Brücke, einer Wippe und einem Tunnel und anderen Hindernissen.

Rollstuhl: Jedes Kind hat einen Rollstuhl bekommen. Danach haben wir erklärt bekommen, wie man einen Rollstuhl fährt, lenkt und bremst. Wir sind geradeaus und hinterher im Slalom gefahren.
Tandem: Beim Tandemfahren saß ein Erwachsener vorne und ein Kind saß mit verbundenen Augen hinten. Wenn man um die Ecke gefahren ist, dann dachte man, man fällt runter.
Blindenstock: Ein Kind hatte die Augen verbunden und ist mit einem Blindenstock durch einen Parcour aus Stelzen gelaufen. Mit dem Blindenstock kann man ertasten, wo man lang und nicht lang gehen kann.
Gehhilfen: Wir bekamen Gehhilfen (Krücken), mit denen wir eine Treppe hinauf und hinunter gegangen sind. Wir haben gelernt, uns hinzusetzen und aufzustehen.
Übergewichtige: Wir haben Westen mit Sandsäckchen angezogen und Gewichte an den Füßen und Armen getragen. Damit sind wir über das Klettergerüst gelaufen.
Gehörlose: Wir haben Zeichesprache der Gehörlosen gelernt. Wir haben das Alphabeth und Familienwörter gelernt.
Blindenübungen: Wir haben von einer blinden Frau erklärt bekommen wie es ist, blind zu sein. Wir haben auch ein Blatt bekomme. Auf diesem Blatt stehen die Buchstaben in Blindenschrift. Die Buchstaben in Blindenschrift sind Punkte, die man fühlen kann.
Der ganz normale Tag war lustig und wir konnten mal erleben, wie sich behinderte Menschen fühlen. (Angelina, Lea, Elena)
Mir hat das Tandemfahren gefallen, weil ich dachte, dass ich in den Kurven hinfalle. Das ist toll gewesen. Und dass ich die Augenklappe aufhatte, und dass Behinderte das immer haben. (Madison, Kl. 2a)
Schüler, Eltern, Lehrer und die Mitarbeiter des Weik-Teams erlebten eine rundum gelungenen Tag.
Den Vertrauensparcour mit der Wippe werde ich nie vergessen. Ich hatte auch eine Superpartnerin. (Chiara, Kl. 2a)
Wir haben gezeigt bekommen, wie Leute mit ihrer Behinderung umgehen. Es gab viele verschiedene Stationen. Z.B. wie Rollstuhlfahrer fahren. Außerdem haben wir ein bisschen Gebärdensprache gelernt und vieles mehr erfahren oder ausprobiert. Interessant war blindes Dosenwerfen zu spielen. Trotzdem bin ich froh, dass ich gesund bin. (Yannik, Kl. 4a)
An dem ganz normalen Tag sind wir Rollstuhl gefahren. Dabei musste ich viel lenken. Das war gut. Dann sind wir auch noch Tandem gefahren – mit verbundenen Augen. Dabei dachte ich, dass mich fast ein Auto überfuhr. Außerdem konnten wir noch mit Krücken gehen, Blindenschrift lernen, mit den Füßen malen und die Gebärdensprache üben. Wir haben alle T-Shirts geschekt bekommen. Alle Kinder durften umsonst Wasser trinken. (Lennart, Kl. 4a)
Wir haben die Möglichkeit bekommen zu fühlen wie Behinderte sich fühlen. An einer Station haben wir eine schwere Weste, Hand und Fußfesseln bekommen. Damit mussten wir klettern, um zu lernen, wie sich Übergewichtige fühlen. Um zu wissen, wie sich sehgeschwächte Menschen fühlen, haben wir besondere Brillen bekommen, durch die wir nur eingeschränkt sehen konnten. (Jens, Kl. 4a)
Meine Gedanken sind folgende: Es ist toll, dass wir ausprobieren konnten, wie es ist behindert zu sein. Doch schade, dass die Behinderten es nicht ausprobieren konnten wie wir. Zum Beispiel kann jemand, der im Rollstuhl sitzt nicht ausprobieren zu laufen, oder ein Blinder kann nicht ausprobieren, wie es ist zu sehen. Gemein ist es aber auch, wenn andere nicht nett zu einem behinderten Kind sind, weil es nichts dafür kann. Behinderte Kinder können weniger machen oder die Dinge, die wir tun können, sind viel schwerer für sie. Sie brauchen unsere Hilfe. (Emilie, Kl. 4a)












